taijiquan


Bei der wiederholten Übung der längeren Bewegungsfolgen des Taijiquan beginnt der Körper die Bewegungen automatisch, unwillkürlich, ohne eine willentliche Steuerung, auszuführen. Unser Geist erlebt die Passivität des Loslassens, das auch mit ‘Sinken‘ beschrieben wird. Innerlich breiten wir unsere Flügel aus und ein Gefühl der Losgelöstheit kann sich einstellen. Dieses wird als wohltuendes Aufgeben von Kontrolle empfunden und kann so unsere hohe Körperintelligenz zur Entfaltung bringen, die als Einheit von Körper und Geist, als Aufhebung der Dualität erlebt werden kann. Diese Erfahrung entspricht dem als Sinn oder Weg beschriebenen Konzept des daoistischen Weltbildes. Der Weg ist das Ziel, Leben ist Bewegung in Zeit und Raum, unser Sein spiegelt das Absolute im Moment des Hier und Jetzt.

Man unterscheidet Handformen und Waffenformen (Schwert, Stock, Säbel, Fächer) unterschiedlicher Dauer, es gibt Partnerformen (push-hands) und, entsprechend der Stilrichtungen sind die Bewegungen mehr oder weniger dynamisch, z.B. gibt es Sprünge im Chen-Stil, der sich, neben dem Yang- , dem Wu- und dem Sun-Stil entwickelt hat. Die Positionen (Bilder) des T’ai Ji sind einer Stellung oder Aktion des imaginären Gegners zuzuordnen, der Bezug zur Kampfkunst ist jederzeit nachvollziehbar. Während im Westen überwiegend die medizinische, auch therapeutische  Anwendung betont wird, gibt es in China Wettkämpfe der ‘martial arts’, bei denen auch das T’ai Ch’i Ch’uan eine Disziplin ist. Natürlich finden die harmonischen Bewegungen auch im Bereich der Entspannungsverfahren, Gesunderhaltung und Lebenspflege ihren berechtigten Platz. Das T’ai Chi wird oft als Teilbereich des Qi Gong – Überbegriff für alle Inhalte der Arbeit mit dem Qi – verstanden, jedoch in unserem Gesundheitssystem nicht einheitlich mit dem Qi Gong gehandhabt, sondern dem Wu Shu, den Kampfkünsten zugeornet.

Tai-Ji_Kalligraph_bearbeitet-1

  1. der Geist ist ruhig und konzentriert
  2. die Haltung ist natürlich, aufrecht und bequem, die Wirbelsäule gerade
  3. der Körper ist angenehm entspannt, leicht und beweglich
  4. die Bewegungen sind fließend und langsam, sie gehen ineinander über, die Geschwindigkeit ist gleichbleibend, als ob man einen Seidenfaden aus dem Kokon zieht, zieht man zu stark, reißt er, zieht man zu langsam, löst er sich nicht
  5. die Bewegungen sind kreis- und spiralförmig
  6. in der Vorstellung werden alle Muskeln, Sehnen, Gelenke und Knochen weit geöffnet, damit die Energie ohne Hindernis durch den gesamten Körper fließen kann
  7. alle Schwere des Körpers sinkt nach unten, so wird man nicht umgeworfen
  8. die Bewegung ist mit tiefer Atmung verbunden, Einatmen mit schließenden Bewegungen, Ausatmen mit ‘sich öffnenden’ Bewegungen.
  9. ist ein Teil des Körpers in Ruhe, ist der Mensch in Ruhe.
  10. der Impuls der Bewegung ist in den Füssen, sie wird vom Tan Tian gelenkt und wirkt durch die Finger
  11. die Hüften führen den Körper, das Qi dreht den Dai Mai (Gürtelmeridian), wie ein rotierendes Rad
  12. der Wechsel von Yin und Yang in der Bewegung wird bewußt vollzogen, die Gegensätze werden klar voneinander abgegrenzt, gehen nahtlos ineinander über
  13. nicht die Kraft führt die Bewegung, der Geist lenkt das Qi, das Qi lenkt den Körper

yinyang3 zum  Nordic Walking

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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